Wie ich als Hundesitterin am Land Fuß fassen möchte

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Trotz einiger Hürden habe ich mich in meine neue Heimat verliebt.

Ich wollte eigentlich nie auf dem Land leben

Ich hatte ursprünglich keinen Bezug zum Mostviertel. Mein Freund allerdings, den ich in Wien kennengelernt habe, ist in Purgstall und Oberndorf aufgewachsen und nutzt seit einigen Jahren den oberen Stock im Haus seiner Großeltern als Wochenend-Rückzugsort. Ich kannte das Mostviertel also nur als Ferien- und Wohlfühlort, hier herzuziehen war nie mein Wunsch.

Im vergangenen Jahr aber, nachdem mein Freund einen Job in Melk begann, wurde das  „Rausziehen“ eine greifbare Idee. Bevor wir uns aber richtig entscheiden konnten, kam der erste Lockdown im März und da wir keine Lust hatten mit unserem Hund in Wien eingesperrt zu sein, zogen wir kurzerhand aus unserer Wiener WG aus und in Purgstall ein.

Ich hatte große Sorge, dass mir das Landleben nicht gefallen würde. Ich fahre nicht gerne Auto, ich kannte – abgesehen von der Familie meines Freundes – hier niemanden. Meine Familie und Freunde waren alle in Wien und ich wusste nicht, wie oder was ich hier arbeiten sollte. Nie habe ich mich in einem Haus mit Garten und Auto in der Einfahrt gesehen und es hat eine Zeit gedauert, bis ich mich an dieses Bild gewöhnt hatte.

Obwohl die Menschen hier sehr offen und ehrlich sind, habe ich immer wieder damit zu kämpfen, als Selbstständige wahr- und ernstgenommen zu werden. Manchmal glaube ich, es wäre leichter, wenn ich einfach sage „ich bin Studentin“. Dabei liebe ich meinen Beruf sehr und ich möchte gar nichts anderes machen.

Ja, aber was machst du hauptberuflich?

Ich bin seit 2018 selbstständige Katzen- und Hundesitterin. Das bedeutet, ich betreue Hunde und Katzen während ihre BesitzerInnen auf Urlaub oder beruflich unterwegs sind. Darüber hinaus biete ich regelmäßigen Gassi-Service oder stundenweise Hundesitting an. Was in Amerika als ganz alltäglich angesehen wird (der Begriff „Dogwalker“ ist überaus bekannt), wird auch bei uns immer populärer. Einige KollegInnen führen Hundetagesstätten, wo die BesitzerInnen ihre Hunde für gewisse Zeit lassen können.

Mein Service sieht ein bisschen anders aus. Da ich schon sehr früh in diesem Berufsfeld mit aggressiven und schwierigen Hunden zu tun hatte, habe ich mich genau auf diese Hunde spezialisiert. Um bei einer Hundepension aufgenommen zu werden, müssen die Hunde meist mit allen verträglich und kastriert oder sterilisiert sein. Bei mir gibt es keine Voraussetzungen. Ich betreue junge, alte, unverträgliche, ängstliche, aggressive und unkastrierte Hunde. Und ich betreue die Hunde in ihrem jeweiligen Zuhause, weil sie sich in der gewohnten Umgebung natürlich am wohlsten fühlen.

In der Stadt kommt das gut an, aber am Land?

Schwierigkeiten, Jobs zu finden, hatte ich in Wien eigentlich nie – ich hatte eher immer zu viel zu tun! Momentan sieht die Lage, aufgrund der Corona-Pandemie, leider anders aus. Durch vermehrtes Homeoffice sind viele Hunde tagsüber nicht mehr alleine (was für die Hunde natürlich super ist) und Reisen lassen sich momentan sehr schwer planen. Hier am Land kommt noch dazu, dass es noch gewöhnungsbedürftig ist, eine fremde Person in sein Zuhause zu lassen und für die Betreuung eines Haustieres zu bezahlen.

Ich denke, dass in der Stadt Haustiere oft einen höheren Stellenwert haben und oft ein Kinder- oder Familienersatz sind. Hier am Land wohnen die wenigsten Leute ganz alleine und haben eher ein Netzwerk an Freunden, Bekannten oder Familie. Da findet sich schnell jemand, um auf den Hund am Wochenende aufzupassen – Katzen sind hier auch vermehrt Freigänger, die sich oft einige Tage gar nicht blicken lassen.

Trotz der Hürden habe ich mich in meine neue Heimat verliebt

Obwohl es beruflich gerade schwer für mich ist, bin ich froh über meinen Umzug. Ich fühle mich sehr wohl hier und kann sagen: Ich liebe das Mostviertel. Ich bin in der Natur, genieße die Ruhe und kann vor allem sehr gut abschalten. Und obwohl ich direkt im Grünen wohne, bin ich schnell wieder in Wien und kann meine Familie besuchen oder weiter arbeiten – hier schätze ich vor allem die tolle Zugverbindung, da mir das Pendeln mit dem Auto auf Dauer zu anstrengend wäre.

Im Mai 2021 beginne ich meine Ausbildung zur ganzheitlich orientierten Hundeverhaltenstrainerin. Ich habe dann vor, mobile Hundetrainerin in Wien und im Mostviertel zu sein. Und vielleicht schaffe ich es auch, hier eine Hundeschule zu eröffnen. Egal was kommt, ich lasse mich überraschen und mich nicht unterkriegen – fad wird mir sicher nicht.

 

Ich bin professionelle Hunde- und Katzensitterin – hier geht´s zu meiner Website:

Lily´s Pets

 

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